Interview mit Michael Böni, CEO der Stadtcasino Baden AG

By | June 25, 2021

Ulli Schmitt
ISA-GUIDE Inhaber
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Michael Böni, CEO der Stadtcasino Baden AG
Michael Böni, CEO der Stadtcasino Baden AG

Michael Böni ist seit November 2020 CEO der Stadtcasino Baden AG und damit auch Chef des Grand Casino Baden und Casino Davos. Beide Häuser betreiben nebst dem klassischen Casino je ein Online Casino: Das Grand Casino Baden mit jackpots.ch, das Casino Davos mit Casino777.ch. Teil der Stadtcasino Baden AG ist zudem die Gamanza Group AG, die Software für Online Casinos entwickelt und vertreibt.
Böni ist 49 Jahre alt, verheiratet und Vater der zweijährigen Tochter Lena. Er wohnt mit seiner Familie in Baden.

Ulli Schmitt ISA-GUIDE: Herr Böni, Sie haben im November 2020, mitten in der Corona-Pandemie, die Geschäftsführung des Grand Casino Baden und der Stadtcasino Baden Gruppe vom langjährigen CEO Detlef Brose übernommen. Als Manager aus dem IT Bereich die Leitung eines Casinos zu übernehmen ist bestimmt eine Herausforderung, birgt aber sicher auch viel Potential. Wie waren die ersten Wochen als CEO?

Michael Böni: Die grösste Herausforderung war sicherlich, dass wir aufgrund der Corona-Pandemie kurz nach meinem Start die Casinos in Baden und Davos wieder schliessen mussten – inklusive dem PLÜ, unserem «Restaurant & Lounge», dass wir im September nach einer dreimonatigen Umbaupause eben erst neu eröffnet hatten. Der zweite Lockdown, der ja noch länger dauerte als der erste, war für uns alle eine schwierige Zeit. Umso glücklicher sind wir, dass wir unterdessen wieder Gäste begrüssen dürfen.

Ulli Schmitt ISA-GUIDE: Was fasziniert sie besonders an der Glücksspielbranche?

Michael Böni: Zunächst hatte ich schon früh ein Flair fürs Spielen. Wenn auch vielleicht eher für Computer- als für die klassischen Casinospiele. Aber die Atmosphäre in unseren Casinos hat für mich schon etwas ganz Spezielles, Anziehendes. Dann kommt hinzu, dass ich mich in den 2010-er Jahren beruflich bereits intensiv mit der Spieleentwicklung befasst hatte.

Ulli Schmitt ISA-GUIDE: Was zeichnet in Ihren Augen das Grand Casino Baden besonders aus?

Michael Böni: Wir dürfen uns nichts vormachen: Mit dem Spielangebot alleine kann man sich nur wenig von der Konkurrenz abheben: Die Spielautomaten, aber auch die Tischspiele wie Roulette, Black Jack oder Poker sind in allen Casinos dieselben. Den Unterschied machen wir also mit dem, was wir heute neudeutsch «Customer-Journey» nennen: Dem Kundenerlebnis. Hier hat das Grand Casino Baden mit seiner «House of Entertainment»-Strategie sicherlich ein schweizweites Alleinstellungsmerkmal.

Ulli Schmitt ISA-GUIDE: Konnten Sie die Zeit des Lockdowns für Arbeiten nutzen die im laufenden Betrieb nicht oder nur schwer möglich waren?

Michael Böni: Grundsätzlich müssen wir in der Lage sein, alle Arbeiten im laufenden Betrieb durchzuführen – wir haben ja praktisch jeden Tag geöffnet. Die Kolleginnen und Kollegen erinnern sich noch gut, wie die letzte grosse Sanierung stattgefunden hatte – und trotz aller Handwerkerarbeiten das Casino dennoch jeden Tag geöffnet war. Aber natürlich erleichtert es gewisse Arbeiten, wenn man alles am Stück durchführen kann, statt immer kurz vor der Casinoeröffnung wieder alles zu verräumen und nach Ladenschluss wieder neu starten zu müssen.

Ulli Schmitt ISA-GUIDE: Hat die Corona-Pandemie zu dauerhaften Veränderungen bei den Unternehmen der Stadtcasino Baden AG geführt?

Michael Böni: Sie hat wohl gewisse Schritte, die ohnehin angestanden wären, beschleunigt. Beispielsweise die Digitalisierung auch inhouse, die Entwicklung neuer Kommunikationsformen innerhalb der Teams, etc. Was unsere strategische Ausrichtung angeht, sind wir aber immer noch dasselbe Unternehmen wie vor der Pandemie und haben zweifelsfrei davon profitiert, dass wir die Weichen schon sehr früh in Richtung Digitalisierung und Online Casinos gestellt hatten. Mit den Online Casinos hatten wir während der Pandemie zwei Ertragspfeiler, die uns natürlich hoch willkommen waren.

Ulli Schmitt ISA-GUIDE: Wie war die Wiedereröffnung nach dem Lockdown?

Michael Böni: Es war ein sehr emotionaler Moment, als unsere Drehtüren sich nach fünf Monaten Lockdown am 19. April 2021 endlich wieder gedreht hatten und Gäste die Spielsäle bevölkerten. Bewegend war für mich auch zu sehen, wie gross die Freude war, als sich viele Mitglieder unserer Grand-Casino-Baden-Familie nach langer Zeit zum ersten Mal wieder treffen konnten – viele Gäste und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kennen sich ja seit Jahren.

Ulli Schmitt ISA-GUIDE: Gibt es neue Pläne oder Ideen um das Grand Casino Baden noch attraktiver zu machen?

Michael Böni: Einige, auf jeden Fall. Kurzfristig und auch, weil ja die Corona-Schutzmassnahmen immer noch in Kraft sind, wollen wir uns auf viele bewährte Konzepte konzentrieren, die wir jetzt neu aufgelegt haben. Ein ständiges Thema ist die Verknüpfung Online-Offline, an der wir verstärkt arbeiten wollen. Aber auch die Verbindung zwischen Baden und Davos wollen wir stärken, insbesondere über unseren Gästeclub GRANDWINNERS. Ich erinnere daran, dass wir mit dem Casino Davos dieser Tage eine Hammer-Nachricht präsentieren konnten: Nämlich die exklusive Partnerschaft zwischen PokerStars, dem weltweit grössten Online Anbieter für Pokerspiele, und dem Davoser Online Casino Casino777.ch. Diese Partnerschaft ist bahnbrechend, und Sie können davon ausgehen, dass Sie diesbezüglich schon bald noch mehr hören werden.

Ulli Schmitt ISA-GUIDE: Denken Sie das die Zulassung von Online-Casinos in der Schweiz die Casino Landschaft nachhaltig verändern wird?

Michael Böni: Sie hat sie schon verändert, das steht für mich ausser Frage. Bezogen auf unser Unternehmen gerade auch deshalb, weil Online eine strategische Neupositionierung angestossen hat. Wir haben ja als einziges Schweizer Online Casino zusammen mit unserer Tochter Gamanza für das Online Geschäft eine eigene Software von Grund auf entwickelt. Das hat es uns ermöglicht, ins B2B («Business-to-Business») Geschäft einzusteigen und unsere Software auch anderen Casino-Betreibern anzubieten – sowohl in der Schweiz als auch im Ausland. Diese Software ist speziell ausgerichtet auf Länder, die strenge rechtliche Vorgaben machen. Dazu haben wir selbst viele Erfahrungen gesammelt, wie man als Betreiber klassischer Casinos erfolgreich in den Online Markt expandieren kann. Auch dieses Know-How ist sehr gefragt.

Ulli Schmitt ISA-GUIDE: Wie sind die bisherigen Erfahrungen mit Ihrer Online-Casino-Plattform Jackpots.ch?

Michael Böni: Auch für ein Online Casino gilt, was ich oben schon gesagt hatte: Es sind nicht die Spiele, die den Unterschied machen. Das gilt wohl im Online Casino noch verstärkt: «Super Cherry 5000» funktioniert bei uns gleich wie überall sonst. Den USP macht die Kundenkommunikation: Wie ein Gast Online empfangen wird, wie er angesprochen wird, wie die Prozesse von Ein- und Auszahlungen gestaltet werden, der Kundendienst, usw. Bei diesen Themenfeldern wollen wir noch besser werden und lernen täglich hinzu.

Ulli Schmitt ISA-GUIDE: Welche Neuerungen können die User dieses Jahr noch erwarten?

Michael Böni: Die grösste Innovation dieses Jahr ist sicherlich die bereits angesprochene Kooperation des Davoser Online-Arms Casino777.ch mit PokerStars. Ansonsten ist jetzt zunächst einmal eine Konsolidierung angesagt. Zum Beispiel investieren wir gegenwärtig viel in die Weiterentwicklung des Spielerschutzes. Mit Künstlicher Intelligenz wollen wir noch früher erkennen können, wenn ein Spieler oder eine Spielerin ein problematisches Verhalten entwickeln könnte. Und dann rechtzeitig gegensteuern, bevor die Person tatsächlich ein Problem hat. Es sind also weniger die «grossen Würfe», die anstehen, sondern viele Verbesserungen in den Details, die das Spielerlebnis ständig attraktiver machen werden.

Ulli Schmitt ISA-GUIDE: Herr Böni, vielen Dank für das Gespräch.

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